HomePageFotografieKunstKontakt

Stationen ~ Gesichter einer Stadt ~ Aktfotografie ~ Portrait ~ digital

accroupi-Detail-2004_.jpg: 500x394, 20k (20.11.2009 16:21 Uhr)
akt_im_Wald2-BP_.jpg: 209x500, 39k (20.11.2009 16:21 Uhr)
bas-reins_III-2004_.jpg: 500x331, 19k (20.11.2009 16:21 Uhr)
contre-courbe01_.jpg: 335x500, 10k (20.11.2009 16:21 Uhr)
dos_rond_.jpg: 355x500, 11k (20.11.2009 16:21 Uhr)
Mouvement_.jpg: 500x116, 8k (20.11.2009 16:21 Uhr)
Y-nude01_.jpg: 500x355, 17k (20.11.2009 16:21 Uhr)

Gezeigt werden Körper – Menschen, die im Zuge einer Bewegung diese für den Augenblick der Aufnahme angehalten zu haben scheinen. So erlangt der Begriff Körpersprache plötzlich andere Bestimmung, weil nicht das passiert, was mäßigen Fotografien häufig eigen ist: eine Geste, einen Blick, eine Bewegung quasi einzufrieren, zu konservieren. Oder, wo ein mehr oder weniger athletisches Posing veranstaltet wird, dem weder Natürlichkeit noch innere, nachvollziehbare Dynamik innewohnen. Die Akte Xtine Petits inspirieren dazu, sich die Bewegung des Körpers vorzustellen, aus der sie kommen und jene, in die sie übergehen könnten und der man sich fast anschließen möchte. Die Zwiesprache mit dem Bild vermittelt ein Stück Bewußtheit eigener Körperlichkeit, und das ist so nicht oft zu erleben.

Xtine Petit zeigt uns zahlreiche warmherzige Sichten auf ihr offenbar nahe Menschen und Begebenheiten in einer Welt, zu der sie selbst sichtlich auch gehört und gehören will. Der Umstand, jener Welt aus natürlichen Gründen nicht gänzlich, zumindest nicht auf die gleiche Weise wie Xtine Petit angehören zu können, tritt jedoch hinter das Streben nach Annäherung, nach Nähe zurück. Dieses Streben, diese Suche prägt die Spannung dieser Bilder und produziert in Gestalt ihrer Zusammenschau mit den Bildern Xtine Petits eine offene und öffnende Korrespondenz der Sichten.
Frühere Arbeiten zeigen den Akt inmitten von Natur und binden den Körper organisch in seine Umgebung ein. Sie stellen ihn so in die Tradition einer Landschafts-gestaltung, wie sie zu finden ist in der Programmatik des englischen Landschaftsgartens. Dessen Geist und politische Dimension, übersetzt in eine und überformt von einer romantischen Befindlichkeit und umgesetzt in Parkanlagen wie Wörlitz oder Machern, konnte erlaufen und so in der Bewegung erfahren werden. In den Land-schaftsmenschenbildern Xtine Petits manifestiert sich dieser Spaziergang und diese Aussage in einer Momentaufnahme.
Die vorliegenden Arbeiten, zeigen eine solche Struktur des Hintergrundes nicht mehr. Auch die Verbindung der Bildraumschichten ist aufgelöst. Vor ebenso neutralem wie tiefem Schwarz stellt die Künstlerin den bloßen Körper dar. Ohne das sichtbare Antlitz ist der ganze Körper Ausdruck der Persönlichkeit, in seiner Ganzheit noch erkennbar als Teil der eigenen Gattung des Betrachters. Diese Gewißheit verliert sich um so mehr, je näher und detailreicher uns das Subjekt in Ausschnitten kommt, zum Objekt und Ornament wird. Assoziationen stellen sich ein, die Phantasie ergänzt das Detail, erforscht das Bild und dann – im (Wieder-) erkennen eines Details.

Im Detail erinnern wir uns. Eine solche Beugung, solch eine Linie haben wir schon gesehen. An anderen. An uns. So führen uns die Arbeiten der Künstlerin Xtine Petit zu einer stärkeren Wahrnehmung unserer Körperlichkeit und unseres Selbst.

Galerie forabilidi, Berlin 2004